Winterthur dampft
Strassenbau Veteranen Treffen vom 4. Juni 2005 in Winterthur
Beat Emmisberger/Wie bestellt bot das Wetter den idealen Rahmen zu unserem tollen Fest. Die Exponate faszinierten die kleinen und grossen Besucher ebenso wie ihre Fahrer und Fahrerinnen, konnten doch über 30 wunderschön herausgeputzte Schmuckstücke bewundert werden. Vertreten waren 8 Dampfwalzen, 10 Modelle (9 Dampftraktoren und 1 Dampflastwagen), 1 Lokomobil, 2 Dieselwalzen, 2 Seilbagger, 1 Bulldozer von 1918 und ca. 15 Saurer, darunter 2 Postautos von 1938 und 1 Schienenvelo. Das Karussell, die Gumpiburg und die tolle Festwirtschaft rundeten den Festplatz ab. Ein grosser Hit waren die beiden Postautos, die im 30-Minuten-Takt zu Rundfahrten einluden. Bereits nach 13 Uhr war ein Postauto zu wenig, und ab dann luden beide Oldtimer zu Rundfahrten ein.

Mit dem Dampfwalzentram unterwegs. (Fotos: Archiv Beat Emmisberger)
Das Dampfwalzentram erfreute sich einer grossen Beliebtheit und war bis um 18.30 Uhr ununterbrochen ausgebucht unterwegs. Nach jeder Rundfahrt gab es einen Maschinenwechsel, so kamen alle Dampfwalzen zum Einsatz.
Die vielen Angebote bei den tollen Modellen aufzusitzen, wurden von den Besucherinnen und Besucher rege genutzt. Ja, von vielen wurden diese wunderschönen Modelle ganz speziell bewundert. Die Modelle gaben dem Festplatz eine lebendige Note und trugen viel zum Besuchererfolg bei. Die alten Lastwagen, Traktoren und Baumaschinen bildeten einen weiteren spannenden Teil der Ausstellung. Hier waren die Maschinen für die Besucher attraktiv im Einsatz. Ob dies nun ein Lanz-Bulldog, ein Landini, ein Seilbagger oder der Bulldozer "Sixti" beim Anlassversuch war. Ständig war für die Besucher etwas in Bewegung. Die Mannschaften hielten die Maschinen und Besucher stets im Trab.
Ein besonderer Leckerbissen waren die von Herbert Marfurt selbst gebauten Modelle der Seilbagger, die in Form des RB 30 als Original und Modell gleich neben einander standen.
Der 100ste Geburtstag sowie der 50ste des Organisators waren ursprünglich die Auslöser für das zu Beginn als kleines Fest geplante Oldtimertreffen in Winterthur. Die Dampfwalze Dora wurde 1905 in Magdeburg als Lizenzmontage von John Fowler hergestellt. Bereits am 18. März 1905 erfolgte die Auslieferung an die Stadt Chur, bei der sie bis ca. 1950 im Einsatz stand. Von ca. 1950 bis zur Stilllegung 1965 war die Dora dann bei der Gebr. Käppeli AG in Wohlen aktiv. In diese Zeit fällt auch ein grosser, spektakulärer Unfall. Zwei Walzenführer hatten die Idee zu einem Wettrennen. Oben am Villmerger-Stutz nahmen sie den Dampfwalzen die Gänge heraus und machten in Richtung Wohlen hinunter ein verhängnisvolles Wettrennen. Leider erwischte der Walzenführer der Dora die Kurve nicht und landete samt Maschine mit einem Überschlag im Strassengraben. Die hinteren Walzen wurden abgerissen und das Joch riss. Bei der Totalrevision zwischen 1989 und 1995 wurden die Folgen des Unfalls sichtbar, der durch die unschönen Scheiben in den hinteren Walzen zu erkennen ist. Am 5. Mai 1995 konnte die Dampfwalze Dora zu ihrer zweiten Jungfernfahrt starten und heute nun fast genau 10 Jahre später zum 100. Geburtstag auffahren.

100 Jahre Dampfwalze John Fowler, Nummer 10149, genannt "Dora",
seit 1989 im Besitz des Festorganisators Beat Emmisberger.
Als Erinnerung an das Treffen erhielt jedes Exponat eine wunderschöne Plakette, die an den tollen Anlass erinnern soll. Überreicht wurde diese durch den Initianten und Organisator des Anlasses, Beat Emmisberger. Der nächste Anlass kommt bestimmt...!

Auch die Modellfahrer erhielten vom Organisator eine Erinnerungsplakette. (Fotos: Archiv Beat Emmisberger)

Werner Hubers neu revidiertes Lokomobil von Clayton & Shuttleworth.
Bereits sind Gespräche mit der Arealbesitzerin, der Firma Sulzer, und anderen interessierten Kreisen im Gange. Wie an der GV angekündigt, plant Beat Emmisberger für 2007 ein grosses Treffen historischer Fahrzeuge in Winterthur. Auf verschiedenen Ausstellungsplätzen werden Lastwagen, Baumaschinen, Dampfwalzen, Dieselwalzen und Landmaschinen ausgestellt. Auf einem zentralen Festplatz ist eine grosse Festwirtschaft und ein Lunapark geplant. Bereichert werden soll das Fest mit einer die Plätze verbindenden Feldbahn, mit Diesel- und Dampfzug, Führerstandsfahrten auf einer Dampflok des DVZO und einem Dampfzug ab Bahnhof Oberwinterthur. In den nächsten Monaten wird ein Trägerverein gegründet, der die Organisation des Gross-Anlasses übernimmt.
In meinem Vorhaben bestärkt hat mich der grosse Publikumszuspruch so wie das sehr positive Echo der verschiedenen Aussteller. Es wäre eine Schweizer- Premiere, die verschiedenen historischen Maschinentypen an einer gemeinsamen Ausstellung zu zeigen. Bedenkt man, dass bereits an mein Fest ca. 1500 Personen kamen, so wäre für diesen Grossanlass mit einem Publikumspotenzial von sicherlich 20000 Personen zu rechnen. Auf Grund der Vorabklärungen mit anderen Gruppierungen, wie dem Saurer-Club, dem DVZO und der SchBB kommt nur das Wochenende vom Freitag 14. bis Sonntag 16. Juni 2007, in Frage. Wir werden euch auf dem laufenden halten, wie es mit dem "Historischen Fahrzeug-Treffen Winterthur" weitergeht.

Die zwei Postautos bei ihren Rundfahrten. (Fotos: Archiv Beat Emmisberger)
Zum Abschluss danke ich allen Helferinnen und Helfer für den tollen Einsatz, der Brauerei Eichhof für das Sponsoring und euch allen die mit euren wunderschönen Maschinen zum Erfolg des Treffens beigetragen habt. Herzlichen Dank.