Liestal dampft

Dampfwalzen-Event des DWCZ vom 3. September 2005

Der Dampfwalzen Club Ziegler betreut seit Jahren die firmeneigenen Dampf- und Dieselwalzen und unterstützt den Schweizerischen Dampfwalzen Club nach Kräften. Nebst dem eigentlichen Betrieb wird eine sympathische Kollegialität in der Grossregion Nordwestschweiz gepflegt. Von Zeit zu Zeit tritt dieser eher unbekannte Verein in der Öffentlichkeit auf, und dann gleich richtig. Das war so vor einigen Jahren, an der Streetparade in Frenkendorf, wo nicht nur mit Dampfwalzen und Modellen aufgefahren, sondern auch eine gut gehende Imbissbude betrieben wurde. Sie war derart erfolgreich, dass nach dem Fest in der Samstagnacht (eigentlich schon am frühen Sonntagmorgen), als alle andern Vereine schon längst zusammengepackt hatten, die DWCZ-Mannen und -Frauen immer noch am Grill standen und reihenweise Würste (Brot war schon alles aufgegessen) an Feuerwehrleute und Wegmacher verkauften, die aufräumten und den Abfall zusammenwischten.

 

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Der Überraschungsgast kam aus dem Bündnerland. (Fotos: Emil Bohni)


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Die Truppe der Modellbauer, hier Othmar Greutmann mit einer "vollen Ladung", waren stets präsent,
zur Freude von Gross und vor allem Klein...


Zum 60sten Geburtstag der Ziegler AG lud der Verein seine Mitglieder, die Betriebsangehörigen und die nähere Umgebung zum Dampfwalzen-Event auf dem Firmengelände ein. Es war ein Prachtstag, wolkenloser Himmel bei warmem Sonnenschein in jeder gewünschten Menge bis tief in die Nacht hinein. Andere Strassen- und Tiefbauer, im Geschäftsleben manchmal Partner in Arbeitsgemeinschaften, manchmal harte Konkurrenten, kamen mit ihren Dampfwalzen, denn beim Dampfwalzenfahren gibt es nur Freunde, aus welcher Landesgegend sie auch kommen. Sei es nun aus einem Ort, das nach dem Kaiser Augustus (hat er damals dort gewohnt?) benannt ist, das erst kürzlich getaufte "Rösli" aus dem luzerner Hinterland, oder das Fähnlein der drei Aufrechten aus dem Kanton Steinbock, die im Frühling dieses Jahres die Dampfwalzenführerprüfung erfolgreich bestanden hatten, bestätigt in einem amtlichen Dokument mit Amtssiegel des entsprechenden Kantons. Schon noch gut, dass dieses Fest anfangs September stattfand, denn etwas später, zur Zeit der Bündner Hochjagd, hätte Keiner dieser Gruppe Zeit für Dampfwalzen gehabt.

 

 

 

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Stimmungsbilder des Nachmittags: "Frau am Steuer" (oben)
und "Fahrlehrer" Herbert Tinner mit Schützling (unten).
(Fotos: Emil Bohni)


Im Falle eines Falles . . . dachte sich ein weitsichtiger Fachmann bei der Sache und nahm gleich seine "LENA" (ist dies der Name einer unglücklichen, doch nie vergessenen Liebe . . .?) mit, auf dass sie nachts dann Licht mache, sollte durch irgendwelchen, unvorgesehenen und plötzlich eintretenden Maschinenschaden in den Anlagen der Elektra Baselland kein Pfuus mehr für die Beleuchtung fliessen. Jedenfalls dampfte das "Locomobil mit angetriebenem Dynamo", wie es in damaligen Fachzeitschriften hätte beschrieben werden können, munter bis spät in die Nacht hinein. Je dunkler der Abend, umso schöner die Athmosphäre rund um das Locomobil mit seinen kleinen Lampen und der strahlenden Wärme, wie auf einem englischen Rallyfeld.

Die Leute kamen in Scharen. Alle hatten Wohlgefallen an den Maschinen und Modellen, am Teerkocher und Strassenaufreisser. Zufällig Vorbeifahrende sahen die Betriebsamkeit auf dem Platz, drehten um und kamen zum Fest.

Ebenso gesellte sich eine Gruppe von Fahnenbläsern und Alphornschwingern zu uns und erfreute die Anwesenden mit eidgenössischen Klängen. Es müssen Hunderte, ev. sogar Tausende von Gästen da gewesen sein, denn der grosse Parkplatz auf einem Nachbargelände war bis spät in den Abend ständig besetzt.

Alles war in langer Arbeit gut organisiert, alles hat gut geklappt, ein schöner, warmer Tag mit nur zufriedenen Gästen. Zufrieden auch wegen einer speziell guten Gastronomie in den Händen der Angestellten, deren Frauen, Kindern und Freund / Innen. Es gab reichlich zu Essen, am Kuchenbuffet Köstlichkeiten in allen Farben und Grössen, kaltgestellte Getränke oder heissen Kaffee; je nach Hunger, Lust und Gefühl stand eine reiche Auswahl zur Verfügung. Wenn einer hungrig heimging, so war er selber schuld.

 

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Ureidgenössische Klänge haben dem nostalgischen Dampfwalzen-Fest eine feierliche Note gegeben.
(Foto: Markus Ziegler)


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Daniel Freund entzückte die Besucher mit seiner Orgel (oben).
Auch die alten Lastwagen von Eptinger wurden gezeigt (unten).
(Fotos: Emil Bohni)


 

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Auch die Frau des Autors kann eine Walze fahren (oben);
"Bierfahrer" Kurt bei einem Schwatz mit Kollege Roland Maier (unten).
(Fotos: Markus Ziegler)


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Lebhafter Betrieb auf dem Gelände. (Fotos: Emil Bohni)


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Stimmungsbilder des späteren Nachmittags: Frey-Truppe mit Teerkocher (oben)
und die Käppeli-Truppe beim Verladen (unten).
(Fotos: Esther Saladin)


Um den Strassenbaubetrieb am nächsten Montagmorgen möglichst wenig zu stören, gab es noch bis spät in die Nacht einen gemeinsamen Hosenlupf, indem alle Einrichtungen wieder abgebaut, zusammengelegt und versorgt wurden. Nur die sturmerprobten Gastronomen hielten, der Tradition folgend, bis zuletzt Grill, Kuchenbuffett und Kaffeemaschinen in Betrieb, ein kleiner Leckerbissen so zwischendurch lag auch bei dunkler Nacht noch drin, doch auch dafür schlug einmal das letzte Stündlein und alles wurde abgeräumt und der Platz gewischt.

Es bleiben schöne Erinnerungen an Dampfwalzen und Modelle im Betrieb, an zufriedene Besucher, glückliche Kinder, gut gelaunte Helferinnen und Köche. Ein grosses Dankeschöne gehört jedoch dem Vorstand des DWCZ, der es versteht, von Zeit zu Zeit Nägel mit Köpfen zu machen. Auch ein grosses Dankeschön gehört den umliegenden Nachbarn, die spontan mitgeholfen haben und das nächtliche Aufräumen mit Wohlwollen duldeten.

Alles in allem eine feine Sache, so ein "Lieschtler Dampfwalzen-Event".



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Werni Hubers Schlusspfiff, das Fest geht zu Ende.